Das Jahr 2021



Klimastreik 3.12.2021

Mit dem derzeitigen Hamburger Klimaplan verhindern wir die Klimakatastrophe nicht!
Die Beschlüsse der Klimakonferenz von Glasgow reichen in keiner Weise aus, um die Erderwärmung auf 1,5 ° C zu beschränken!
Die Koalitionsvereinbarungen der wahrscheinlichen künftigen Bundesregierung wecken kaum Hoffnungen...
"Es bleibt viel zu sagen!"
Unter diesem Motto demonstrieren wir kommenden Freitag zusammen mit Fridays for Future und vielen anderen Initiativen.
Der Klimastreik startet um 14 Uhr am Arrivatipark (Nähe Grüner Jäger) Die Route geht ca. 3 km bis zum Schriftzug 1,5 °C
Wir werden dabei sein und freuen uns auf euch!



Neues aus dem Völli: Totholz

Ein Kennzeichen naturbelassener, wilder Wälder ist, dass jede Menge abgebrochener, umgestürzter Bäume in allen Stadien der Vermoderung kreuz und quer herumliegen. Dieses „Totholz“, das in bewirtschafteten Wäldern häufig aus dem Wald geräumt wird, erfüllt eine wichtige Funktion im Lebenszyklus des Waldes: Es bildet die Lebensgrundlage für zahlreiche Insekten, Vögel, Flechten, Pilze, Moose und Mikroorganismen bis hin zu jungen Trieben, die auf den alten Stämmen einen idealen Nährboden finden. Die permanente Veränderung, das gleichzeitige Vorhandensein aller Stadien des Lebens, ist ein Grundgesetz in einem natürlichen Wald. Im Völli hat sich über Jahrzehnte ein Waldboden gebildet, der ohne die Totholzeinträge viel ärmer wäre. Nährstoffe, die die Bäume über viele Jahre aus dem Boden gewonnen haben, werden so den oberen Bodenschichten wieder zugeführt. Gleichzeitig bilden sie die Grundlage für die Vielfalt an Pflanzen und Tieren und für die Resilienz, die einen gesunden Wald auszeichnen. Der langsame, aber stetige Zeitablauf des sich ständig regenerierenden Waldbodens hat mit der Eile des Just-in-time einer auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Wirtschaft nicht das Geringste zu tun.


Totholz


Neues aus dem Völli: Schwefelporling

Im letzten Jahr konnte man ihn schon durch den Wald leuchten sehen: Jetzt hat sich an anderer Stelle ein gelborangener Schwefelporling gebildet (siehe Foto). In halber Höhe an einer Weide tritt der große Fruchtkörper aus dem Stamm hervor. In Parkanlagen gilt der Porling als „Schädling“, befallene Bäume werden rigoros umgelegt. Denn der Pilz, der gern in Laubbäumen wohnt, ernährt sich vom Abbau des Kernholzes und weicht dieses auf. Dadurch steigt unter Umständen die Bruchanfälligkeit des Baums.
Im Völli bekämpft niemand diesen Pilz, der seine ganz eigene Funktion im Ökosystem hat – und wenn man genau hinschaut, bemerkt man unterhalb des „Vordachs“, das der Fruchtkörper des Pilzes bildet, ein Spechtloch. Specht und Pilz gehen eine Symbiose ein: Der Pilz dringt über die vom Specht geschlagenen Wunden leichter in das Holz ein, und der Specht kann in dem aufgeweichten Stamm anschließend seine Höhle anlegen. Solche Koexistenzen gelingen oft nur in Wildnisgebieten wie dem Völli – wenn niemand auf die Idee kommt, gestaltend eingreifen zu müssen.


Schwefelporling


Am 24.09.2021 gibt es wieder eine Fahrraddemo!

Beginn ist um 10 Uhr in Teufelsbrück.
Nach eine kurzen Kundgebung machen wir uns gemeinsam auf dem Weg zum Klimstreik.
Dabei werden wir vorraussichtilich folgende Route nehmen:
Elbchaussee – Halbmondsweg – Reventlowstraße – Walderseestraße – Behringstraße – Barnerstraße – Bahrenfelder Straße – Schützenstraße – Kohlentwiete – Stresemannstraße – Alsenstraße – Doormannsweg – Fruchtallee – Schröderstiftstraße – Karolinenstraße – Glacischaussee – Millenrtorplatz – Willy-Brandt-Straße


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Neues zu den großflächigen Baumsägearbeiten in der Brutzeit

Die Grünen haben eine Kleine Anfrage zu den Baumschnittarbeiten in Hamburg-Mitte gestellt. Die Anfrage und die erhellenden Antworten findet ihr hier:

https://sitzungsdienst-hamburg-mitte.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1014530

Das Naturschutzamt der Umweltbehörde hat übrigens Arbeitshinweise herausgegeben, die garantieren sollen, dass der Artenschutz beim Anwenden der Baumschutzverordnung eingehalten wird, siehe in diesem Dokument hier vor allem die Seiten 22-34.



Pressemitteilung der Klimaschutzinitiative Vollhöfner Wald
Es ist unfassbar! Das Bezirksamt Hamburg-Mitte führt großflächig Baumsägearbeiten mitten in der Brutzeit durch!

In ganz Finkenwerder wurden seit Ende Mai in den Parks und Grünanlagen umfangreiche Schnittmaßnahmen an Bäumen vorgenommen. Und nicht nur Finkenwerder ist betroffen. Aus Wilhelmsburg und weiteren Stadtteilen werden ähnliche Fälle berichtet. Dabei gilt das „Sommerfällverbot“! Es orientiert sich am §44 des Bundesnaturschutzgesetzes und betrifft den „Besonderen Artenschutz“. Vom 1. März bis zum 30. September dürfen wegen der Brut- und Aufzuchtszeit der Tiere nur im geprüften Einzelfall bei “Gefahr im Verzug“ Schnittarbeiten an Bäumen stattfinden. Darüber setzten sich die sägenden Firmen-mitarbeiter im Auftrag des Bezirksamts Hamburg-Mitte einfach hinweg. Bäume wurden reihenweise aufgeastet. Dafür kletterten die Firmenmitarbeiter bis hoch in die Kronen. Direkt neben Vogelnestern wurden Äste abgesägt. Bleistiftdünne bis armdicke belaubte Zweige und Äste fielen aus den Bäumen auf Rasen und in Gebüsche. Tagelang wurde gesägt und geschreddert. Der Artenschutz wurde einfach ignoriert!

Auf Nachfragen beim Bezirksamtsleiter Falko Droßmann und nach zahlreichen Beschwerden aus der Bevölkerung bei verschiedenen Behördenmitarbeitern ließ das Bezirksamt Hamburg- Mitte in einer Pressemitteilung wissen: „Die Baumpflegearbeiten wurden durch Bereich Stadtgrün angeordnet und in Auftrag gegeben. Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, wo durch vorangegangene Baumkontrollen eine hohe Dringlichkeit zur Herstellung der Verkehrssicherheit festgestellt wurde.“ Unsere beigefügten Fotos zeigen eine andere Faktenlage: Es wurde im Wesentlichen aufgeastet und ausgelichtet – alles Schnittmaßnahmen, die sonst im Winter stattfinden. Laut Bezirksamt sei auch der Artenschutz gewährleistet: „Die beauftragten Firmen sind vertraglich angewiesen und fachlich in der Lage, während der Arbeiten am Baum nicht vorhersehbare Lebensstätten von geschützten Arten zu entdecken; sobald dies geschieht, die Schnittmaßnahmen sofort einzustellen und das Bezirksamt umgehend zu informieren.“ Auch das ist falsch: Der Artenschutz während der Brutzeit kann nur nach vorheriger Brutvogelkartierung gewährleistet werden – die in keinem Fall stattgefunden hat. Ein Auffinden von Nestern während der Sägearbeiten bedeutet bereits, dass man den Nestern zu nahe gekommen ist. Es ist in dichten, belaubten Baumkronen oder im Gebüsch schlicht und ergreifend nicht möglich, Nester zu finden, ohne zu stören. Und eine Beeinträchtigung ist auch bereits gegeben, wenn im zu beschneidenden Baum zwar kein Nest, aber im Nachbarbaum oder Gebüsch ein Nest ist und die Altvögel wegen der Störung dort auch nicht mehr anfliegen.

Da sowohl bei den zuständigen Behördenmitarbeitern als auch bei den Firmenmitarbeitern das entsprechende Fachwissen vorausgesetzt werden muss, die Sägearbeiten jedoch trotz unserer Beschwerden weitergingen, muss von vorsätzlichem Handeln ausgegangen werden. Deswegen haben bereits mindestens 12 Bürger*innen Strafanzeige nach §71 Bundesnaturschutzgesetz gegen die Verantwortlichen gestellt. Es könnte sich zusätzlich um einen Verstoß gegen Europäisches Naturschutzrecht handeln, siehe dazu: 04.03.2021 EuGH: Weckruf im Artenschutzrecht – das Verfahren „Schütze den Wald“


Asthaufen Schnittmaßnahmen und Nisthöhle Aufgeastete Linde
Freigesägte Baumhöhle Freigeschnittenes Ringeltaubennest Herabgefallenes Ringeltaubenei




Am 29.05.2021 rufen wir gemeinsam mit anderen Initiativen zu einer Fahrraddemo für den Erhalt aller Naturflächen in Hamburg auf.
Startpunkt für unsere Route ist um 13 Uhr in Teufelsbrück.

Den Flyer gibt es

in Farbe auf deutsch
in Farbe auf türkisch
in Graustufen auf deutsch
in Graustufen auf türkisch

Außerdem gibt es ein Poster

im Hochformat
und im Querformat

Demoflyer Seite 1 Demoflyer Seite 2 Demoflyer Seite 3 Demoflyer Seite 4


Alte Süderelbe erhalten — Elbvertiefung rückgängig machen — für eine andere Hafenpolitik

Kundgebung gegen die Öffnung der Alten Süderelbe

Als am Mittwoch, 21.04. die Treckerdemo aus dem Alten Land auf den Jungfernstieg in Hamburg rollte, waren wir auch da und haben für den Erhalt der Alten Süderelbe und gegen die Elbvertiefung demonstriert.

Treckerdemo am Jungfernstieg Treckerdemo am Jungfernstieg

Debatte in der Bürgerschaft

Ein Antrag (PDF, extern), der unter anderem beinhaltet, "jegliche Maßnahmen zur Öffnung der Alten Süderelbe auf Landesebene zu stoppen", wurde in der Bürgerschaft abgelehnt.
Die Aufzeichnung der Debatte ist in der Mediathek der Bürgerschaft verfügbar.
Auch wenn das Ergebnis absehbar war, so hat die Debatte immerhin gezeigt das es bei der Öffnung der Alten Süderelbe mitnichten um den Versuch einer ökologischen Aufwertung geht, sondern allein darum, angesichts der Sediment-Problematik den anderen Elb-Anrainer-Bundesländern gegenüber nicht tatenlos zu wirken.


Elbvertiefung

Was die fortlaufenden Elbvertiefungen mit der Elbe gemacht haben, könnt ihr zum Beispiel hier sehen:

Panorama 3 Beitrag in der ARD Mediathek
Extra 3 Beitrag in der ARD Mediathek
Panorama 3 Beitrag in der ARD Mediathek
Beitrag aus "Hallo Niedersachen!" auf NDR.de
NaturNah-Dokumentation zum Stint auf YouTube

Der Elbe geht es richtig schlecht! Es fehlt nicht mehr viel und Hamburgs wichtigster Fluss "kippt um". Die einzige Möglichkeit, das zu verhindern, ist, den Wahnsinn der letzten Elbvertiefungen rückgängig zu machen. Bitte unterschreibt die Petition und leitet sie in euren Netzwerken weiter!

Link zur Petition auf openpetition.de


Für eine lebendige Tideelbe!

Hier kann mensch sich ein Bild über die Tag und Nacht laufende "Kreislaufbaggerei" machen:

schiffradar.org/marinetraffic/

Bei den so genannten "Unterhaltungsbaggerungen" werden die Elbsedimente aus den Hafenbecken über den Verklappungsort bei Nesssand bis in die Elbmündung befördert. Von dort aus machen sie sich mit der nächsten Flut wieder auf den Weg gen Hafen. Mehrere Baggerschiffe sind dafür dauerhaft im Einsatz, z. B. Shoalway, Amazone, Ijsseldelta, Taccola, Uilenspiegel...
Sucht euch auf der Karte ein Schiff aus, unter "vesseldetails" könnt ihr unter "past track" und "show track options" sogar die Route der letzten Stunden als Film abspielen lassen (auch im Zeitraffertempo)... sehr eindrücklich!



Kleine Anfrage zum Vollhöfner Wald

In einer Kleinen Anfrage an den Senat hat sich der LINKEN-Abgeordnete Stephan Jersch (ansehen als PDF) unlängst nach dem Sachstand bei der Unterschutzstellung des Vollhöfner Waldes erkundigt. Zur Erinnerung: Im Koalitionsvertrag 2020 wurde vereinbart, den Wald aus dem Hafengebiet (zu dem er nach wie vor gehört) herauszunehmen und unter Naturschutz zu stellen. „Stattdessen sollen andere Flächen in entsprechender Größe für die Hafennutzung aktiviert werden“.

Die Antwort des Senats lässt nun deutlich erkennen, dass seitdem offenbar nicht viel passiert ist:

„Die Hamburg Port Authority AöR (HPA) evaluiert seit Mitte des Jahres 2020 mögliche Flächen, die in eine hafenwirtschaftliche Nutzung gebracht werden könnten. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Eine Aussage, zu wann eine Flächenaktivierung realistisch ist, ist insofern auch in Bezug auf die Ersatzflächen derzeit nicht möglich.“

Zwar bekundet der Senat seine Absicht, den Wald weiterhin nicht roden zu wollen und die Unterschutzstellung bis zum Ende der Legislaturperiode durchzuführen. Im Hinblick auf die Dauer des Schutzverfahrens aber, das ja auch eine Bürgerbeteiligung, öffentliche Auslegung und die Mitwirkung der Naturschutzverbände vorsieht, ist die Sorge nicht ganz unbegründet, dass die HPA auch noch in den nächsten drei Jahren erfolglos weiter evaluieren wird und es dann vor der nächsten Wahl 2025 doch zu keinem Naturschutzgebiet mehr kommt.

Denn eigentlich benötigt der Hafen, allen Prognosen zu den zukünftigen Umschlagszahlen zufolge, auf absehbare Zeit keine Erweiterungsflächen mehr. Stattdessen sind schon derzeit nicht wenige bestehende Flächen ungenutzt, und selbst so ambitionierte und weitgediehene Projekte wie die Westerweiterung Eurogate stehen auf der Kippe, weil ihre Planung bereits auf völlig unrealistischen Annahmen beruhte.

Die Klimaschutzinitiative Vollhöfner Wald, die sich seit Jahren für den Erhalt dieses einzigartigen Waldes einsetzt, fordert deshalb den Senat auf, die Suche nach „Ersatzflächen“, deren Erschließung mit einer weiteren Naturzerstörung und Bodenversiegelung verbunden wäre, aufzugeben und das Schutzverfahren unverzüglich einzuleiten. Es muss möglich sein, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, eine solche Entscheidung auch dann zu treffen, wenn im Koalitionsvertrag sachlich nicht mehr begründbare Vorbehalte genannt sind, so die Klimaschutzinitiative. Denn im Koalitionsvertrag steht auch:

„Die Koalitionspartner setzen auf den Erhalt unversiegelter Flächen und naturnaher sowie klimarelevanter Böden. (…) Die Koalitionspartner setzen sich für den vorsorgenden Schutz der Böden als natürliche Ressource ein.“

Vollends unverständlich ist nach Ansicht der Klimaschutzinitiative allerdings, weshalb seit einigen Wochen wieder verstärkt die Polizei durch den Wald patrouilliert und sogar – mitten in der Brutzeit – minutenlang ein Polizeihubschrauber tief über dem Wald steht. Auch danach hatte Stefan Jersch (DIE LINKE) gefragt.

Der Senat begründet den Polizeieinsatz in seiner Antwort damit, dass „in der Nähe der Vollhöfner Weiden im Bereich Moorburger Hinterdeich/Moorburger Kirchdeich“ Gegenstände deponiert worden seien, die „zum Bau von Unterkünften oder Plattformen geeignet“ gewesen seien. Dieser Ort liegt allerdings mehr als 4 km von „den Vollhöfner Weiden“ entfernt, so dass die Begründung für den aufwändigen Einsatz, zu dem sich der Senat „aus einsatztaktischen Gründen“ nicht weiter äußern möchte, reichlich Rätsel aufgibt.

Die Klimaschutzinitiative fordert, dass der Wald durch die Behörden bereits vor der formellen Unterschutzstellung als schutzwürdiges Gebiet behandelt und die sensible Fauna und Flora nicht weiter durch unnötiges und offensichtlich übereifriges polizeiliches Handeln beeinträchtigt wird.



Stoppt den Flächenfraß!

Ein neues Gesetz soll das Zubauen von Landschaft in unverantwortlicher Weise erleichtern und beschleunigen.
Bitte protestiert gegen dieses Vorhaben, unterstützt die NABU-Aktion: mitmachen.nabu.de/de/flaechenfrass
Ab Ende Januar 2021 berät der Bundestag über den Gesetzesentwurf, eine Entscheidung wird im Februar erwartet.



Fahrraddemo: Danni erkämpfen, Verkehrswende erstreiten!

Redebeitrag zu A26West auf YouTube.

Aufruf: Fahrraddemo - Danni erkämpfen, Verkehrswende erstreiten!
Wir sind wütend, wütend über die unveränderte Verkehrs- und Umweltpolitik in diesem Land. Überall in Deutschland kämpfen entschlossene Menschen gegen den stetigen Ausbau des Autobahnnetzes und den anhaltenden Fokus auf motorisierten Individualverkehr. Obwohl klar ist, dass diese keine Zukunft haben und dieses Vorgehen eine nachhaltige und gerechte Verkehrswende behindert, wird weiter daran festgehalten. 5 Jahre nachdem das Pariser Abkommen beschlossen wurde, zeigen Politik und Wirtschaft uns stetig, dass sie für Klimagerechtigkeit, Trinkwasserversorgung und Artenvielfalt nichts übrig haben, außer diese mit Füßen zu treten. Mehr noch: Menschen, die die ökologischen Krisen ernst nehmen und sich gegen das Durchsetzen privatwirtschaftlicher Interessen stellen, werden kriminalisiert. So bleibt das Abkommen ein Lippenbekenntnis, mit dem ein Erreichen der Ziele nicht mehr möglich ist. In Hamburg geht der Ausbau der A26 einher mit der dauerhaften Zerstörung von wertvollem Lebens- und Wohnraum für Menschen, Pflanzen und Tiere und einer weiteren Belastung durch Schadstoffemissionen und Lärm insbesondere für Anwohner*innen. Und all das, um durch weitere Autobahnen für den Güterverkehr die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens, eines zentralen Brennpunkts für Neokolonialismus und kapitalistische Ausbeutung von Natur und Mensch, zu steigern. Wir sagen: Es reicht! Es ist Zeit zu akzeptieren, dass mehr und größere Straßen keine Ent-, sondern eine weitere Belastung in vielerlei Hinsicht bedeuten. Stattdessen braucht es nachhaltige Mobilitätskonzepte des öffentlichen Personenverkehrs sowie Infrastruktur für klimafreundliche Fortbewegung.

Gemeinsam wollen wir auf der Hamburger Autobahn zeigen, wie eine ökologische Verkehrswende aussehen kann. Damit zeigen wir auch unsere Solidarität mit den Aktivist*innen, die seit über einem Jahr die Bereiche der nordhessischen Wälder, den Maulbacher Wald, den Dannenröder Wald und den Herrenlos Wald, besetzen, denn auch hier soll Lebensraum dem Ausbau der A49 weichen. Ein rechtliches Gutachten im Auftrag vom hessischen Landesverband des BUND hat gezeigt, dass rechtliche Handlungsspielräume bestehen, um die Rodungen im Dannenröder Wald noch zu stoppen. Wir fordern deshalb den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir dazu auf, einen sofortigen Rodungsstopp zu veranlassen. Wir rufen auf zur gemeinsamen Fahrraddemo in Solidarität mit den Kämpfen im Dannenröder Wald, gegen den Ausbau von Autobahnen, egal ob in Hamburg oder anderswo und für eine sofortige klimagerechte Verkehrswende.

Zusammen mit zahlreichen Gruppen aus ganz Deutschland rufen wir am Samstag den 12.12., dem 5. Jahrestag des Pariser Klimaabkommens, dazu auf, den Protest mit unseren Rädern auf die Autobahnen zu bringen! In Solidarität mit den Kämpfen im Dannenröder Wald, gegen den Ausbau von Autobahnen, egal ob in Hamburg oder anderswo und für eine sofortige, klimagerechte Verkehrswende!

Bringt eure Fahrräder mit, malt bunte Schilder oder Banner und lasst uns laut und deutlich für eine gerechte Zukunft kämpfen.

Unterzeichnende Gruppen: